21. Oktober 2014 Subaru

Neapel

Noch mal ein Wort zu unserem gestrigen Blogeintrag. Laut einer Untersuchung des Conferscenti, eines mittelstandsorientierten italienischen Wirtschaftsverbandes, werden in Neapel die Fischerei, die Milchproduktion, der Kaffeehandel und 2.500 Bäckereien nahezu vollständig von der Camorra kontrolliert. Milch, Kaffee, Gebäck in der Hand des organisierten Verbrechens? Da fällt uns ja fast das unglaublich leckere Sfogliato aus der Hand, welches wir gerade im Café Gambrinus an der Piazza del Plebiscito mit einem Cappuccino zu uns nehmen.

Mehr Geld als mit unserem Kaffee macht die Camorra vermutlich mit illegalen Mülldeponien. Davon merkt der Besucher in der Stadt aber nichts. Im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung stapelt sich in Neapel nicht der Müll in den Straßen. Hat er auch nicht getan, als das Thema vor einigen Jahren in den Medien hochkochte.

Ein weiteres Klischee ist die drohende Vernichtung der Stadt durch den Vesuv. Vor allem Besucher der Ausgrabungen im nahen Pompeji und in Herculaneum geben sich dieser Vorstellung mit einem wohligen Schaudern hin. Die Gefahr ist sicher grundsätzlich vorhanden. Aber das trifft praktisch auf ganz Süditalien und Sizilien zu. Von Neapel aus sieht der Vesuv einfach toll aus und vom Vesuv aus hat man einen atemberaubenden Blick über die Stadt und halb Kampanien. Vor der Besteigung sollten Ungeübte allerdings unbedingt einen Lungenfunktionstest machen lassen. Die Gefahr, beim Aufstieg zu kollabieren, ist sicher ungleich größer als die Gefahr von einem plötzlichen Ausbruch erwischt zu werden.

Wer denkt, dass er das mit den angebotenen Vesuv-Offroad-Touren vermeiden kann, hat sich geschnitten. Die angejahrten Autos setzen einen für den Fahrpreis von 22 € ganz normal auf dem Parkplatz ab und man muss die restliche Strecke laufen wie jeder andere auch. Bis dahin kommen wir auch mit unserer kleinen Subaru-Flotte, die in Neapel aus vier Autos besteht: dem Forester, der nach wie vor unseren Dethleffs-Caravan im Schlepp hat, dem Legacy, der uns seit Salzburg begleitet, dem XV von der gestrigen Abruzzen-Tour sowie dem Subaru BRZ, mit dem wir morgen auf Tour gehen werden.

Noch mal zurück zu den Klischees: Neapel ist ja die Heimat der Pizza und deshalb glauben viele, dass es hier eigentlich auch die beste Pizza der Welt geben müsste. Wer das glaubt, hat völlig recht. Wir werden gleich mit einem ganz besonderen Gast in einer der bekanntesten Pizzerien einkehren – mit Guido Buchwald, dem Subaru-Markenbotschafter. Was der in Neapel macht und weshalb wir ihn dort getroffen haben, zeigen wir Ihnen heute Abend in einem Filmbeitrag. Bis dann!


Jetzt beantworten wir Ihnen endlich die Frage, was Weltmeister Guido Buchwald mit uns in Neapel macht. Ganz einfach: Er ist ja praktischerweise Subaru-Markenbotschafter und Neapel liegt an der Strecke, die wir abfahren. Neapel ist aber auch die Stadt, in der Diego Maradona bis heute wie ein Gott verehrt wird. Man stößt praktisch an jeder Straßenecke auf einen Maradona-Altar und auf typische neapolitanische Devotionalien (Maradona als Jesuskind-Krippenfigur!!!).

Bei einem Rundgang durch das Fußballstadion San Paolo in Neapel hat Arnd Zeigler („Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“) mit Guido „Diego“ Buchwald ein interessantes Interview zur Person geführt. Welche Eindrücke hatte er als Spieler des VfB Stuttgart beim UEFA Cup Endspiel 1989 gegen den SSC Neapel? Wie war das denn so im WM Endspiel 1990 gegen Maradona ? Welche Gefühle hatte er beim WM Sieg mit dem Pokal in der Hand? Was passierte bei der anschließenden Dopingkontrolle?

Im zweiten Teil unseres Interviews werden Ihnen Arnd Zeigler und Guido Buchwald die Stadt Neapel näherbringen.