20. Oktober 2014 Subaru

Von L’Aquila nach Neapel

Es geht jetzt nach Neapel. Außer den Neapolitanern mag eigentlich kein Mensch diese Stadt. Wir vermuten, die Abneigung Restitaliens hängt auch damit zusammen, dass Neapel heute noch so aussieht wie fast alles in Italien vor 20 oder 30 Jahren. Fast alles ist ziemlich schmuddelig, etwas angeranzt und den meisten Häusern würde ein Eimer Farbe wirklich gut tun.

Aber Neapel ist eigentlich toll. Wenn man den etwas morbiden Charme mag und ganz in der italienischen Lebensart versinken will, gibt es keine bessere Stadt dafür. Na ja, vielleicht Palermo, aber die haben dort ja auch die gleichen Imageprobleme.

Das könnte – ohne kulturhistorische Betrachtungen anstellen zu wollen – auch daran hängen, dass beide Städte in ihrer Geschichte von den Griechen über die Römer und später Normannen, Spanier und Franzosen von zahlreichen Völkern erobert und beeinflusst wurden.

Unterschiede gibt es natürlich trotzdem: In Palermo heißt das organisierte Verbrechen ganz klassisch Mafia, in Neapel ist es die Camorra.